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Religionen in China

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Religionen in China

Die Volksrepublik China ist ein laizistischer Staat und die Mehrheit der Chinesen bekennt sich offiziell zu keiner Konfession. Es gibt bis heute kein nationales Religionsgesetz, sondern nur vielerlei Dokumente. Das Verhältnis des Staats zu den Religionen ist unklar und lokal unterschiedlich. Jedoch gibt es in China die drei Lehren die sich gegenseitig ergänen. Unter den drei Lehren versteht man Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus. In diesem Bericht möchten wir die drei großen Lehren Chinas erläutern.

I. Konfuzianismus

1. Konfuzius
Kong Qiu Zhongni, bei uns besser bekannt als Konfuzius, war wohl der insgesamt einflussreichste Philosoph in der chinesischen Geschichte. Er lebte von 551 bis 479 vor Christus. Hier ein kleiner Lebenslauf des Philosophen, nach dessen Einstellung die Chinesen heute leben.
Konfuzius wurde im Staate Lu(heute Shandong) geboren. Seine Vorfahren waren Mitglieder des Könighauses der Song. Die einst reiche Familie verarmte mit der Zeit. Schon als Konfuius jung war, verlor er seinen Vater und wurde von seiner Mutter großgezogen. Bereits mit 19 Jahren heiratete er und wurde ein Staatsbediensteter von Lu.
Diese Tätigkeit führete er dreißig Jahre lang aus, bis ihm ein Minisrerposten angeboten wurde. Konfuzius willigte ein, legte jenen Posten aber aufgrund seiner großen Enttäuschung nieder. Stattdessen zog er als Wanderlehrer und Philosoph durch die damaligen Lehensstaaten und beriet verschiedene Fürstenhöfe.
Drei Jahre vor seinem Tod kehrte er nach Lu zurück, wo er im Jahre 479 vor Christus starb.

2. Lunyu
Die Quelle für Konfuzius`Lehre ist die Zitatensammlung Lunyu. Folgt man den ältesten Erklärungen, so ist der Titel als Gesammelte (lun) Worte (yu) zu verstehen.
Konfuzius war Praktiker, er bemerkte früß, dass seine Lehren zu seiner Zeit nicht anerkannt würden und verließ scih deshalb auf die Ausbildung seiner Schüler. Aus diesem Grund existiert auch kein einziges von Konfuzius`selbst verfasstes Werk.

3.Konfuzianismus
Das Vorbild und ideale Endziel des Konfuzianismus ist der „edle Mensch“ (chün-tse), zu dessen ausschließlich Eigenschaften neben den Tugenden ein großes Engagement für die Familie und den Staat gehört; aber insbesondere wird die literarische Bildung, besonders die der zahlreichen konfuzianischen Schriften zum Zusammenleben der Menschen, als einer der wichtigsten Schritte in Richtung auf diesen Idealmenschen hin angesehen.
Der „Edle Mensch“ ist für Konfuzius ein Ideal, das niemals zu erreichen ist. Wichtig ist jedoch, dass man nicht davon ablässt, sich diesem Ideal anzunähern. Der Edle bemüht sich, diesem Ideal so nahe wie möglich zu kommen, aber er weiß um die Unerreichbarkeit desselben.

3a. Die fünf Tugenden
• Menschlichkeit
• Gerechtigkeit
• Ethisches Verhalten
• Weisheit
• Güte

3b. Die fünf menschlichen Elementarbeziehungen
• Vater- Sohn
• Herrscher- Untertan
• Ehemann- Ehefrau
• Älterer Bruder-Jüngerer Bruder
• Freund-Freund
Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um hierarchische Über- und Unterordnungsverhältnisse. Die Unterordnung der Ehefrau kann kritisiert werden, da die Frau drei Gehorsamkeitsbeziehungen untersteht:
• Gehorsam gegenüber dem Vater, wenn sie jung ist.
• Gehorsam gegenüber ihrem Ehemann, wenn sie verheiratet ist.
• Gehorsam gegenüber ihrem erwachsenen Sohn, wenn sie verwitwet ist.

II. Daoismus und Feng-shui Glaube

1. Daoismus (Taoismus)

• Der Daoismus (chin. dàojiào = Lehre des Weges), auch: Taoismus, ist eine chinesische Philosophie und Religion. Sie wird als Chinas eigene Religion angesehen. Seine historisch gesicherten Ursprünge liegen im 4. Jh. v. Chr., als das Daodejing (in älteren Umschriften: Tao te king, Tao te ching ...) des Laozi (Laotse, Lao-tzu) entstand.
• Neben Konfuzianismus und Buddhismus ist der Daoismus eine der "Drei Lehren", die China maßgeblich prägten. Trotz zum Teil sehr unterschiedlicher Auffassungen konnten sie im chinesischen Geistesleben zu einer Tradition verschmelzen. Sie werden deshalb auch unter dem Begriff "Chinesischer Universismus" zusammengefasst. Auch über China hinaus haben die „Drei Lehren“ wesentlichen Einfluss auf Religion und Geisteswelt der Menschen ausgeübt.
• In China beeinflusste der Daoismus die Kultur in den Bereichen der Politik, Wirtschaft, Philosophie, Literatur, Kunst, Musik, Medizin, Ernährungskunde, Chemie, Kampfkunst und Geographie.
• Aufgrund der verschiedenen Ausprägungsformen und der unklaren Abgrenzung zu anderen Religionen ist die genaue Anzahl der Anhänger des Daoismus nur schwierig zu erfassen. Besonders viele Daoisten leben heute in Taiwan.
• Quellen: Daodejing: Das Buch vom Weg und seiner Wirkung (Rainald Simon)
• Geschichte der chinesischen Philosophie: Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus. München 2001 (Wolfgang Bauer)

2. Feng Shui

• „Die beste Methode, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu erfinden“ John Sculley, The Odysee [Buch 1, S.11]
• Feng Shui hat seinen Ursprung in China und ist eine über 3500 Jahre alte Wissenschaft die sich mit den Einflüssen von Natur und Umwelt auf den Menschen und sein Verhalten beschäftigt.
• Je nachdem wo der Mensch lebte musste er sich an die äußeren Gegebenheiten anpassen. Menschen, die in einem engen Tal umgeben von hohen Bergen leben und arbeiten, entwickeln andere Einstellungen und Verhaltensweisen als Menschen, die in einer südlichen Hafenstadt ihren Lebensmittelpunkt haben. [2]
• Die Feng Shui Praxis hat ihre Wurzeln in der chinesischen Sicht des Universums, wonach alle Dinge dieser Welt fünf Grundelementen zugeordnet werden können (Feuer, Metall, Erde, Holz und Wasser) und mit positiver oder negativer Energie aufgeladen sind. Diese Energie nennt man Chi. Die Fünf Elemente bilden eine der tragenden Säulen der Feng Shui Praxis. Dabei kann jedes Element entweder Yin- oder Yang-Attribute in sich tragen. [1, S. 30]
• Wörtlich übersetzt bedeutet Feng Shui »Wind und Wasser« und bezieht sich damit auf die Erde, auf ihre Berge, Täler und Wasserläufe, deren Form und Größe, Ausrichtung und Höhe von der Wechselwirkung mächtiger Naturkräfte bestimmt werden. Feng Shui ist ein Verfahren zur Lebensgestaltung. Am besten läßt es sich beschreiben als die Wissenschaft der Auswahl und Gestaltung des Umfelds, die nach einem völligen harmonischen Gleichgewicht der Fünf Elemente sowie der Yin- und Yang-Energien strebt. Wer in einer derartigen Umwelt lebt, wird ein angenehmes Leben in Harmonie führen. [3, S. 8-9]

YIN weiblich
YANG männlich
Dunkel schwarz Hell weiß
Nacht Schatten Tag Licht
Mond Regen Sonne Sonnenschein
Lose sanft fest rauh
Passiv traurig aktiv heiter
Winter kalt Sommer warm
Stille ungerade Zahlen Bewegung gerade Zahlen
Erde unten Himmel oben
Wasser negativ Berg positiv

Die fünf Elemente und ihre Eigenschaften
• Im Zentrum der Feng Shui Regeln steht die Theorie der Fünf Elemente oder Fünf Wandlungsphasen. Die fünf Elemente Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde sind unmittelbar aus der Natur abgeleitet. Dabei werden alle Dinge dieser Welt den fünf Grundelementen zugeordnet (Feuer, Metall, Erde, Holz und Wasser), die den Ablauf der Naturerscheinungen regeln. Auf diese Weise sind die Grundelemente als Wandlungsphasen oder Aktionsqualitäten anzusehen, die sich in einen lebendigem dynamischen Prozess (Werden, Wandlung und Vergehen) befinden.
Die Fünf Elemente sind eine weiterführende Differnzierung von Yin und Yang, und ein System, mit dem man Zusammenhänge und Wirkungsweisen erklären und verstehen kann. Noch heute stützen sich die Chinesischen Wissenschaften, besonders in der Medizin, auf diese Naturmethapher.
• Man geht davon aus, das alle der 5 Elemente mit einander im Einklang stehen müssen, um einen optimalen Energiefluß zu garantieren, da sie sich gegenseitig kontrollieren, nähren oder sogar zerstören können. Wir finden jedes der einzelnen Elemente täglich in unserer Umwelt in Formen, Farben, Geschmack, Nahrungsmitteln, Eigenschaften, Materialien in Yin sowie auch Yang Qualität. Auch die körpereigenen Organe sind den einzelnen Elementen zugeordnet. (Die Elemente und ihre Zuordungen). Durch gezielte Anwendung von Formen, Farben, und Materialien lassen sich sämtliche Wandlungsphasen aktivieren, und eine Harmonie innerhalb den Elementen herstellen. Durch gezielten Einsatz von Materialien, Farben und Formen kann ein Raum harmonisiert werden oder auch bestimmte Wirkungen erreicht werden. [1, S. 137 ff.]

III. Buddhismus

Buddha - „Erwachter ; „Erleuchteter“- hat erfahren, dass es einen Ausweg aus Dukkha (Leiden) gibt. Buddha ist der erste von vielen die erleuchtet wurden und den Weg zur Beendigung des Leidens aufzeigte. Dadurch ist er der Stifter dieser Religion. Der Mensch kann sich nur selbst durch eigene Anstrengungen von werden und vergehen befreien, deshalb ist der Buddhismus eine (Selbst) Erlösreligion. Dharma bedeutet Schutz. Durch das Praktizieren von Buddhas Unterweisungen schützen wir uns vor Leiden und Schwierigkeiten. Das Praktizieren des Dharmas ist die beste Methode die Qualität unseres menschlichen Lebens zu verbessern.

Vier edlen Weisheiten
1. Erkenntnis dass das Leben von Leid geprägt ist (Geburt, Krankheit, Alter, Tod)
2. Erkenntnis dass Leiden durch Gier, Hass und Verblendung verursacht wird
3. Dass Leiden durch Beseitigung dieser Ursachen beendet werden kann
4. Weg durch den Achtfachen Pfad
8 - fache Pfad zum rechten Leben
Rechte Ansicht / rechte Einsicht, Rechtes Motiv / rechte Besinnung, Rechte Rede, Rechtes Tun, Rechter Lebensunterhalt, Rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit und Rechte Konzentration / rechte Meditation.
Nirwarna
Ziel aller Bemühungen ist die Erfahrung des Nirwana, der Erleuchtung. Verlöschung und Befreiung von Gier, Hass und Wahn als anhaftende Energien; Nirwana ist wie eine spirituelle bewusstseinsmäßige zweite Geburt.
Meditation
Dabei gibt es unzählige Techniken und Methoden wodurch man verschiedene Geistes und Bewusstseinszustände erreichen kann, “viele Wege führen nach Rom“.
Meditieren bedeutet innehalten, gewahr werden, spüren, bewusst werden. Je mehr man weiß oder sieht, was in einem und um einen vorgeht, desto sinnvoller, gezielter und situationsgerechter kann man handeln. Ein Blinder, der im Dunkeln tappt, kann keine Gefahr sehen und ihr somit auch nicht ausweichen, er kann auch nicht handeln oder eine Möglichkeit ergreifen, wenn er diese nicht sieht.
Westliche Denkweise
In der klassischen westlichen Psychologie und Psychiatrie wird die Heilwirkung von mystischen Erfahrungen und anderen veränderten Bewusstseinszuständen noch nicht erkannt, diese werden sogar als krankhaft betrachtet.

Die drei Religionen kommen sehr gut mit einander aus. Es sind z.B. neue Unterarten des Buddhismus aus einer Auseinandersetzung des Daoismus und des Buddhismus entstanden (Zen-Buddhismus). Ein chinesischer Kaiser sagte auch mal, Die Drei sind eins (Sánjiào yi). Es gibt sogar eine Daoistische Schule, deren Ziel es war, die drei Lehren zu vereinigen.
Heute ist der größte Teil der Bevölkerung Chinas in diese drei Religionen eingeteilt.

Quellen:

Verena Reichle – Die Grundgedanken des Buddhismus Heiner Roetz - Konfuzius
Volker Zotz- Konfuzius
[1] Besser leben mit Feng Shui; Hermann Meyer, Günther Sator.
[2] Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags; Karen Kingston.
[3] feng shui total; Lillian Too

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