Free Essay

Gender, Race, Class

In: Social Issues

Submitted By colorno
Words 2963
Pages 12
Birgit Rommelspacher

Gender, race, class
Ausgrenzung und Emanzipation
Kein Thema ist derzeit so aktuell wie die Gleichstellung der Frau. Die ganze Gesellschaft debattiert darüber – sobald es um Muslimas geht. Es scheint, als hätten breite Schichten der Bevölkerung unversehens ihr Engagement für die Emanzipation der Frau entdeckt. An dieser Frage droht sogar die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland beziehungsweise die Erweiterung Europas zu scheitern. So einigten sich etwa kürzlich die TeilnehmerInnen einer Fernsehdiskussion im Rundfunk Berlin Brandenburg unter der Leitung des „ZEIT“-Herausgebers Michael Naumann darauf, dass es bei dem Beitritt der Türkei zu Europa „im Kern um die Frauenfrage gehe“. Warum ist das Interesse an der Gleichstellung der Frauen plötzlich so groß? Wird es so sehr von der Sorge um die Unterdrückung der Frauen getragen oder spielen dabei auch noch andere Motive eine Rolle? Dieser Verdacht liegt nahe, wenn man sich daran erinnert, dass frau zu Zeiten des feministischen Kampfes von einer solchen, breiten und vollmundigen Unterstützung nur träumen konnte. Zudem ist zu fragen, wenn dieser Diskurs auch anderen Interessen dient, wie er dann auf das Anliegen der verschiedenen Frauen zurückwirkt beziehungsweise das Verständnis von Emanzipation und deren Bedeutung in dieser Gesellschaft verändert. ihre Aufstiegschancen deutlich geringer als die ihrer deutschen Kolleginnen (vgl. MÜNZ /SEIFERT/ULRICH 1997). Die Zurücksetzung von Migrantinnen hängt also nicht allein an ihrem Bildungsabschluss, denn mit den neueren Migrationen aus dem ehemaligen Ostblock, insbesondere nach 1989, sind auch sehr viele Frauen mit einem sehr hohen Bildungsstand nach Deutschland gekommen. Aber auch sie werden heute weitgehend in den informellen und unsichtbaren Arbeitsmarkt gedrängt (vgl. A LTVATER /M AHNKOPF 1997). Allerdings war es nicht immer so, dass vor allem Migrantinnen von Arbeitslosigkeit betroffen waren. In den 1970er-Jahren waren die Migrantinnen in (West-) Deutschland deutlich stärker erwerbstätig als die einheimischen deutschen Frauen (vgl. MOROKVASIC 1987). Diese Pioniermigrantinnen wurden jedoch in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, da hier das Bild vom männlichen „Gastarbeiter“ vorherrschte. So konnte auch die Verdrängung dieser Migrantinnen aus dem Arbeitsmarkt recht lautlos vonstatten gehen. Dabei waren mehrere Faktoren ausschlaggebend: Zunächst spielte und spielt bis heute das „Inländerprimat“ eine entscheidende Rolle, was bedeutet, dass bei einer offenen Stelle zunächst deutsche BewerberInnen EU-BürgerInnen vorgezogen werden und diese wiederum den BewerberInnen aus Nicht-EULändern. Aber auch die Verlagerung der Arbeit von Produktionsbereichen in den Dienstleistungssektor verringerte die Arbeitsmarktchancen für MigrantInnen ganz erheblich, da im Dienstleistungssektor sehr viel mehr wert auf Sprachkompetenz und „deutsches Aussehen“ gelegt wird. Schließlich spielt aber auch das Rollenklischee bei der Zuweisung von Arbeitsplätzen eine große Rolle. Dabei ist das Stereotyp von der unterdrückten Migrantin ganz entscheidend. So haben in einer Untersuchung Iman ATTIA und Helga M ARBURGER (1998) mittelständische UnternehmerInnen in Berlin gefragt, ob sie bei freier Auswahl eher einen deutschen oder einen ausländischen Lehrling einstellen würden. Sie bevorzugen durchgehend deutsche, weil, so ihre Begründung, ausländische Mädchen – und das waren für sie in erster Linie türkische Mädchen – unterdrückt und unselbstständig seien. Sie würden ja oft verheiratet, womöglich noch in der Türkei. Es fehle ihnen also an Ehrgeiz und Arbeitsmotivation und von daher wären die deutschen Bewerberinnen auf jeden Fall vorzuziehen. Dem widerspricht die Tatsache, dass die jungen Frauen und Männer der zweiten und dritten Einwanderergeneration gerade auch der türkischen Jugendlichen sehr hohe Bildungs- und Berufsaspirationen zeigen. Jede/r dritte Jugendliche möchte Abitur machen, jede/r vierte Jugendliche möchte studieren (vgl. H EITMEYER /MÜLLER /S CHRÖDER 1997). Und darin unterscheiden sich Mädchen und Jungen nicht. Die Berufs- und Erwerbsneigung von jungen Frauen türkischer Herkunft ist sogar teilweise höher als die der deutschen (vgl. WESTPHAL 1998). Und inzwischen erzielen die Mädchen mit Migrationshintergrund im Durchschnitt auch bessere Leistungen in der Schule als ihre männlichen Altersgenossen. Das bedeutet, dass das herrschende Stereotyp von den unterdrückten und bildungsfernen Migrantinnen deren Ambitionen und tatsächlichen Leistungen in keiner Weise entspricht. Demgegenüber werden sie durch diese Bilder in eine Position gedrängt, die ihnen tatsächlich kaum Möglichkeiten zur eigenständigen Lebensführung erlauben, und so wirken sie dann letztlich im Sinne einer self-fulfilling prophecy – ähnlich wie das Verbot des Kopftuchs. Demgegenüber gelten die einheimischen deutschen Frauen generell als emanzipiert. Diese Selbststereotypisierung wirkt im Sinne einer Differenzverstärkung und vertieft so auf der symbolischen wie auch auf der materiellen Ebene die Kluft zwischen ihnen und den Frauen mit Migrationshintergrund. Der Emanzipationsdiskurs ist in dem Zusammenhang also zu einem zweischneidigen Schwert geworden: Auf der einen Seite

THEMA

26
S OZ I A L E X T R A J U L I / A U G U S T 2 0 0 5

Emanzipation und soziale Schicht
Zunächst stellt sich die Frage, warum der Emanzipationsdiskurs besonders jetzt so laut geführt wird, wenn es um Migrantinnen geht. Sie gehören in Deutschland zu der Gruppe, die auf der untersten Stufe der sozialen Leiter stehen: Sie haben das höchste Armutsrisiko und sind am ehesten von Arbeitslosigkeit betroffen und haben relativ schlechte Bildungsabschlüsse. Selbst wenn Migrantinnen eine mit einheimischen Frauen vergleichbare berufliche Position einnehmen, sind

fordert er die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frauen gegenüber den Männern ein, auf der anderen Seite dient er dazu, die Unterschiede zwischen Frauen zu verschärfen und Zurücksetzungen von Angehörigen kultureller Minderheiten zu legitimieren. Das führt nicht zuletzt dazu, dass der berufliche Aufstieg der deutschen einheimischen Frauen in den letzten 20 bis 30 Jahren nicht unwesentlich auf die ethnische Unterschichtung durch Migrantinnen zurückzuführen ist. Die einheimischen Frauen sind aufgestiegen, während die eingewanderten die nun frei gewordenen Plätze eingenommen haben. Plakativ gesprochen ist die deutsche Putzfrau durch die türkische ersetzt worden – nicht aber durch deutsche Putzmänner. Die Hierarchie im Geschlechterverhältnis hat sich dadurch nicht geändert. Das zeigt sich unter anderem daran, dass trotz des beruflichen Aufstiegs von Frauen und der weitgehenden Abschaffung ihrer tarifrechtlichen Diskriminierungen das Einkommensgefälle zwischen Männern und Frauen in Deutschland im Wesentlichen konstant geblieben ist (vgl. WAHL 1999). An die Stelle der schlecht bezahlten deutschen Frau ist die schlecht bezahlte Migrantin getreten. Durch diese Ethnisierung der untergeordneten Positionen konnte die geschlechtshierarchische Arbeitsteilung aufrechterhalten werden. Diese Konstellation kann zumindest teilweise das derzeit so breite gesellschaftliche Interesse an der Gleichstellungsdebatte erklären. In der Polarisierung zwischen der „emanzipierten“ einheimischen Frau und der „unterdrückten“ eingewanderten Frau wird eine Hierarchie festgeklopft, die nicht nur die Überlegenheit der einheimischen Kultur bestätigt, sondern auch das Geschlechterverhältnis der einheimischen Deutschen entlastet. Denn der Kampf um eine gerechtere geschlechtsspezifische Arbeitsteilung erübrigt sich umso mehr, je mehr sie durch eine ethnische abgelöst wird. Der Konfliktstoff wird gewissermaßen externalisiert. Die Emanzipation der deutschen Frauen erweist sich dann umso mehr als eine Illusion, als sie ih-

ren sozialen Aufstieg nicht der Umverteilung im Geschlechterverhältnis, sondern ihrer ethnischen Privilegierung verdanken. Wir finden diese Hierarchien zwischen Frauen nicht nur im Berufsleben, sondern auch im Privatbereich. Die Mehrzahl der Hausangestellten sind heute Migrantinnen oder „Frauen ohne Papiere“. Vielfach pendeln hoch qualifizierte Frauen aus dem ehemaligen Ostblock zwischen ihren Herkunftsregionen und ihren „heimlichen“ Arbeitsplätzen. Ebenso stammen 90 % der Au Pairs heute aus dem Ostblock, was bei vielen Gastgeberinnen dazu führt, dass sie, wie SABINE H ESS (2002) in ihrer Untersuchung feststellt, dies als eine Form der Entwicklungshilfe oder Bildungsprogramm verstehen. Hausarbeit wird dabei abgewertet und in die Heimlichkeit abgedrängt. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird für die deutschen Mittelschichtfrauen also wesentlich durch bezahlte Dienstleistung ermöglicht. Diese Option ist durchaus legitim, denn warum sollten diese Arbeiten nicht auch privat „outgesourct“ werden. Warum aber werden keine regulären Arbeitsplätze geschaffen, mit einem professionellen Profil ausgestattet und öffentlich anerkannt? Warum wird diese Arbeit nicht über den Markt vermittelt – zum Beispiel mit Hilfe von Dienstleistungspools, in denen entsprechende Arbeitskräfte offiziell angefordert werden können? Nun kann man einwenden, dass insbesondere Frauen „ohne Papiere“ selbst ein Interesse an der Verheimlichung haben. Diese Form der Arbeitsaufnahme ist für sie oft die einzige Möglichkeit, überhaupt in westeuropäische Länder zu migrieren und dort auch Arbeit zu finden. Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass die Verheimlichung diesen Markt verfestigt und ausweitet und damit die Perspektive ausschlägt, zumindest in der Tendenz eine soziale Absicherung der Arbeitsverhältnisse zu erreichen. Voraussetzung dafür wäre es, den Bedarf über-

haupt sichtbar zu machen, um dann auch Legalisierungen einzufordern, wie dies zum Beispiel in den USA, Frankreich, Spanien oder Italien mit periodischen Legalisierungskampagnen üblich ist. Wir können also feststellen, dass im Erwerbsbereich der berufliche Aufstieg der deutschen einheimischen Frauen wesentlich auf der ethnischen Unterschichtung durch MigrantInnen basiert, und dass im Privatbereich die bestehende geschlechtsspezifische Arbeitsteilung wesentlich durch eine Arbeitsteilung zwischen Frauen weiter konserviert wird. Die Strukturen des Geschlechterverhältnisses werden weder in der Erwerbssphäre noch im Privatbereich wesentlich verändert. Vielmehr werden die schlecht bezahlten und unsicheren Jobs und Teile der Versorgungsarbeit im Privatbereich von MigrantInnen übernommen. Ihre Arbeit ist zur Voraussetzung für den beruflichen Aufstieg wie auch für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die mittelständischen einheimischen Frauen geworden.

S OZ I A L E X T R A J U L I / A U G U S T 2 0 0 5

27
THEMA

Emanzipation als Illusion
Mit der Ethnisierung der privaten Versorgungsarbeit wird ihre Feminisierung erhalten, und damit die Spaltung von Erwerbs- und Privatbereich fortgeschrieben. Die Geringschätzung personenbezogener Arbeit, die damit einhergeht, bleibt ebenso bestehen wie die Spaltung in „good jobs“ und „bad jobs“ im Erwerbsbereich, das heißt die Hierarchisierung zwischen Frauen blockiert so die Weiterentwicklung eines feministischen Arbeitsbegriffs, dessen Anspruch es ja ist, „Arbeit“ und Leben zusammen zu sehen, Arbeitsbereiche und Handlungslogiken zusammen zu führen und so eine eigene Vision jenseits der Spaltung von Erwerbs- und Hausarbeit zu entwickeln. Dabei geht es um eine Umarbeitung des Arbeitsbegriffs hin zur „ganzen Arbeit“, die weder das Leben nur jenseits von Arbeit sieht, noch alle Lebensvollzüge zur Arbeit erklärt, sondern dem Wechselspiel der unterschiedlichen Handlungslogiken und Dynamiken gerecht wird.

Birgit Rommelspacher

Gender, race, class tinnen werden hier im Wesentlichen als bedauernswerte Opfer und nicht als Mitstreiterinnen im Kampf um Gleichberechtigung wahrgenommen, und so werden schließlich auch die Potenziale eines gemeinsamen politischen Kampfes ausgeschlagen. Bedeutet das nun, dass der Emanzipationsbegriff völlig untauglich geworden und zu einem Herrschaftsbegriff pervertiert ist? Der Emanzipationsbegriff ist nach wie vor unabdingbar, um Unrecht, Gewalt und Diskriminierung von Frauen über alle Kulturen und sozialen Klassen hinweg anzuklagen und die Solidarität aller Frauen einzufordern. Er kann jedoch nur dann sein kritisches Potenzial entfalten, wenn er sich auf alle Frauen bezieht und nicht von einer bestimmten Gruppe monopolisiert wird, um ihre partikularen Interessen durchzusetzen. Voraussetzung dafür ist jedoch zu sehen, dass der Emanzipationsbegriff nie sich nur auf das Geschlechterverhältnis „als solches“ bezieht, sondern immer auch andere Machtverhältnisse mit thematisiert und damit sowohl kritische als auch affirmative Intentionen gleichzeitig verfolgen kann. Die Funktionalisierung des Emanzipationsbegriffs im Interesse der Legitimation von Dominanz gelingt jedoch nur, indem ein starrer Kulturbegriff benutzt wird. Es gilt als eine bare Selbstverständlichkeit, dass „die islamische Frau“ unterdrückt ist. Auch gegenteilige persönliche Erfahrungen lassen dieses Stereotyp meist unangetastet. Die eigenständige islamische Frau wird kurzerhand zur Ausnahme erklärt und ihre Emanzipation als Resultat ihrer „Verdeutschung“ verstanden. So kann das Stereotyp ohne Irritation beibehalten werden (vgl. ATTIA 1995). Insofern bedarf es nicht nur einer Hinterfragung des Emanzipationsverständnisses, sondern auch eines Überdenkens des Kulturbegriffs, wie dies etwa in der Debatte zum kritischen Multikulturalismus geschieht.

Zur Kritik des Kulturbegriffs
Der kritische Multikulturalismus fragt – im Gegensatz zu anderen Formen multikultureller Politik, wie etwa des konservativen oder liberalen Multikulturalismuses (vgl. ROMMELSPACHER 2002) –, was Ethnizität eigentlich bedeutet: Hat sie nicht viele Facetten und ist ständig im Fluss? Gibt es nicht zahlreiche Überschneidungen mit anderen sozialen Zugehörigkeiten? Mit diesen grundlegenden In-Frage-Stellungen von kulturellen Zuordnungen reagiert diese Form von Multikulturalismus auf die Tatsache, dass jede/r immer unterschiedliche Bezüge hat, sei es des Geschlechts, der Klasse oder der körperlichen Verfasstheit im Sinne von Behinderung und Nichtbehinderung, der sexuellen Orientierung, des Alters und nicht zuletzt der unterschiedlichen politischen Überzeugungen. Ein multikulturelles Konzept, das diesen Unterschieden nicht gerecht wird und allein der Ethnizität Gewicht gibt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Normalität reproduzieren, die die eingefahrenen Hierarchien zwischen Klassen, Geschlechtern und Altersgruppen fortschreibt. Der kritische Multikulturalismus versucht also der Tatsache gerecht zu werden, dass Identität niemals etwas Festgelegtes ist, dass sie ständig im Fluss und Resultat verschiedener und teilweise auch widersprüchlicher Narrationen ist. So gibt es etwa eine situative ethnische Zugehörigkeit: Die kulturellen Bezüge bekommen nur in bestimmten Situationen Bedeutung und werden in anderen wiederum irrelevant. Deshalb ist es dem kritischen Multikulturalismus wichtig, dass es immer jedem/jeder Einzelnen überlassen bleiben muss, ob und inwiefern er/sie sich einer Kultur zugehörig fühlt oder nicht. Bei allen Maßnahmen der Politik ist also streng auf das Prinzip der Selbstinterpretation zu achten – das heißt, dass einem weder eine Zugehörigkeit zugeschrieben werden, noch die selbst gewählte Zuordnung von anderen in Frage gestellt werden darf.

THEMA

FO T O : I N E S W I SK E M A N N

28
S OZ I A L E X T R A J U L I / A U G U S T 2 0 0 5

Emanzipation ist eine Illusion, wenn sie nicht auf der Aufhebung der Arbeitsteilung im Geschlechterverhältnis basiert, sondern gewissermaßen auf andere Machtverhältnisse ausweicht. Diese Machtverhältnisse werden zudem von einer symbolischen Ordnung abgesichert, die das herrschende Geschlechterverhältnis zur verbindlichen Norm für alle erklärt. Damit wird eine weitere Illusion genährt, nämlich dass diesbezüglich kaum mehr Handlungsbedarf bestehe, da ja die „deutsche Frau“ emanzipiert sei. Die doppelte Illusion besteht also darin, dass einmal bei dem beruflichen Aufstieg der deutschen einheimischen Frauen ethnische Privilegierung mit Emanzipation verwechselt wird, und zum anderen, dass die privilegierten Frauen im Interesse der Differenzverstärkung gegenüber der „unterdrückten Migrantin“ sich selbst überschätzen. Der Emanzipationsbegriff wird hier also auf zweierlei Weise seines kritischen Gehalts entkleidet: Zum einen weil er eine nüchterne Bestandsaufnahme blockiert und zum anderen, weil er zur Legitimation von Dominanzverhältnissen dient und damit auch die Spaltung zwischen Frauen verschärft. Die Migran-

Dem kritischen Multikulturalismus geht es also nicht nur um gleichberechtigte Teilhabe aller, sondern auch um die kritische Überprüfung der Kategorisierungssysteme und -strategien, die Kulturen hervorbringen. Kulturelle und ethnische Differenz wird als etwas Ambivalentes wahrgenommen: Sie ist einerseits die Grundlage dafür, sich selbst zu definieren und Bedeutungen herzustellen – und somit Kultur, Sprache und Kommunikation hervorzubringen. Auf der anderen Seite ist Differenz das, was andere festlegt, ausgrenzt, zum Schweigen bringt und unsichtbar macht. Denn ethnische Minderheiten werden von der Mehrheitsgesellschaft auf doppelte Weise negiert: einmal, indem sie als nicht zugehörig betrachtet werden, und zum anderen, indem sie als „die Anderen“ in das Klischee des Andersseins eingeschlossen werden – einem Anderssein, das im Wesentlichen von den Vorstellungen und Projektionen der Mehrheitskultur bestimmt ist. Die Hinterfragung des Kategoriensystems bedeutet vor allem, die Position der Mehrheit nicht als das Allgemeine zu verstehen, als den unsichtbaren Ort, von dem aus die Anderen definiert und kulturalisiert werden, sondern als einen Ort, der selbst ein kulturell begrenzter ist und in den die historischen und aktuellen Erfahrungen von Dominanz eingeschrieben sind. Aus diesem Grund analysieren die bislang vor allem in angloamerikanischen Einwanderungsländern aufkommenden „critical whiteness studies“ den Standpunkt der Weißen als einen Ort, der sich durch die Behauptung universeller Gültigkeit selbst unsichtbar gemacht hat und seine Partikularität zum Universellen erklärt. Einem solchen kritischen Multikulturalismus entspricht ein kritischer Emanzipationsbegriff. Dieser muss sich zum einen auf einen pluralen Feminismus beziehen, der je nach Lebenssituation unterschiedliche Formen von Feminismen akzeptiert. Zum anderen muss er die Relativität des Feminismus anerkennen, das heißt sehen, dass Frauen nicht nur in das Geschlechterverhältnis, sondern immer auch in andere Machtverhältnisse eingebunden sind. Und schließlich muss er

kritische Parteilichkeit praktizieren, was bedeutet, Parteilichkeit nicht als eine unbedingte Parteinahme für Frauen zu verstehen, sondern auch Frauen nach ihrem Interesse an den bestehenden Machtverhältnissen zu hinterfragen. s
Literatur Altvater, E./Mahnkopf, B. (1997): Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft. Münster Attia, I. (1995): Antiislamischer Rassismus in der interkulturellen Beziehung. In: dies. u. a. (Hrsg.): Multikulturelle Gesellschaft – monokulturelle Psychologie? Antisemitismus und Rassismus in der psychosozialen Arbeit. Tübingen, S. 112 – 135 Attia, I./Marburger, H. (1998): Keine Chance für Nilgün? Junge Migrantinnen auf Arbeitsuche. In: Castro Varela, M. do Mar/Clayton, D./Otyakmaz, B. Ö. (Hrsg.): Dis-qualifiziert. Migrantinnen auf dem Arbeitsmarkt. Köln (Manuskript) Garanto, M. (2000): Junge späteingereiste Frauen: Chancen und Möglichkeiten für eine berufliche Qualifizierung. Berlin, S. 95 – 114 Heitmeyer, W./Müller, J./Schröder, H. (1997): Verlockender Fundamentalismus. Türkische Jugendliche in Deutschland. Frankfurt a. M. Hess, S. (2002): Au Pairs als informalisierte Hausarbeiterinnen – Flexibilisierung und Ethnisierung der Versorgungsarbeiten. In: Gather, C./Geissler, B./Rerrich, M. S. (Hrsg.): Weltmarkt Privathaushalt. Bezahlte Haushaltsarbeit im globalen Wandel. Münster, S. 103 – 109 Morokvasic, M. (1987): Jugoslawische Frauen. Die Emigration – und danach. Basel Münz, R./Seifert, W./Ulrich, R. E. (1997): Zuwanderung nach Deutschland. Frankfurt a. M. u. New York Rommelspacher, B. (2002): Anerkennung und Ausgrenzung. Deutschland als multikulturelle Gesellschaft. Frankfurt a. M. Wahl, A. v. (1999): Gleichstellungsregime. Berufliche Gleichstellung von Frauen in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland. Opladen Westphal, M. (1998): Die unsichtbare Migrantin. In: Castro Varela, M. do Mar/Clayton, D./Otyakmaz, B. Ö. (Hrsg.): Dis-qualifiziert. Migrantinnen auf dem Arbeitsmarkt. Köln (Manuskript) Prof. Dr. Birgit Rommelspacher, Jahrgang 1945, ist Hochschullehrerin für Psychologie mit den Schwerpunkten Interkulturalität und Geschlechterstudien an der Alice-Salomon-Fachhochschule in Berlin. Kontakt via E-Mail: rommelspacher@asfh-berlin.de

Soziale Arbeit im Krisengebiet „Sozialstaat”

Anzeige

Roland Anhorn, Frank Bettinger (Hrsg.)

Sozialer Ausschluss und Soziale Arbeit
Positionsbestimmungen einer kritischen Theorie und Praxis Sozialer Arbeit
S OZ I A L E X T R A J U L I / A U G U S T 2 0 0 5

Mit der Krise des Sozialstaats und der damit legitimierten neoliberalen Wende seit Mitte der 1970er Jahre lassen sich grundlegende Veränderungen in den sozialen, ökonomischen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen für Sozialpolitik und Soziale Arbeit erkennen. Damit werden Sozialpolitik und Soziale Arbeit nicht nur dem Primat der Ökonomie untergeordnet, sondern darüber hinaus zunehmende soziale Spaltungen und sich vergrößernde soziale Ungleichheiten, soziale Risiken, Armut und Arbeitslosigkeit in Kauf genommen. Vor diesem Hintergrund erfasst das Buch mit dem Konzept des sozialen Ausschlusses die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, ordnet sie ein und überprüft sie in Hinblick auf ihre theoretischen wie praktischen Implikationen für Sozialpolitik und Soziale Arbeit. Darüber hinaus wird eine Brücke zu den Diskursen angrenzender Disziplinen geschlagen. 2005. 400 S. Br. EUR 29,90 ISBN 3-8100-4072-X

29
THEMA

Erhältlich im Buchhandel oder beim Verlag. Änderungen vorbehalten. Stand: Juni 2005.

www.vs-verlag.de

VS VERLAG FÜR SOZIALWISSENSCHAFTEN

Abraham-Lincoln-Str. 46 . 65189 Wiesbaden Tel. 06 11. 78 78 - 245 . Fax 06 11. 78 78 - 400

Similar Documents

Free Essay

Race and Social Class

...Race and Social Class I don’t believe there is a true relationship between race and social class. I think we need to explore beyond race to find the true relationship to social class. I believe that the relationship we should be focusing on is the one between social class and education. Races and cultures that put a higher value on education tend to produce more members of society that move from a lower social class to a higher social class or retain their social class from one generation to another. Also, I believe that the movement between social classes becomes more available within a society that does not apply a caste system on its members. Ultimately, it is an individual’s personal responsibly to determine their outcome. This goes beyond race, social class, and culture. I believe America has equal opportunity, but not equal outcomes. As Martin Luther King famously said in his “I Have a Dream” speech, “be judged not by the color of their skin but by the content of their character.” We are unique individuals and have an opportunity to life, liberty, and the pursuit of happiness. These rights are natural rights that are given to us by God. Today the President of the United States is of mixed White and Kenyan heritage. Any remnants of a caste system, perhaps from the days of Jim Crow and the laws of “separate, but equal” are but all behind us in America. If you look at the achievement gaps in the Jersey City, NJ public schools, there is a significant gap in the......

Words: 790 - Pages: 4

Premium Essay

Race and Gender

...and have children with each other. So, our differences biologically are superficial, hair texture, some ailments which tend to be environmental, and skin color. Those who want to dismiss the notion of the social construction of race normally do so due to their inherent bias to attribute dysfunctional behavior in minority communities due to a racial makeup instead of addressing more systemic problems that plague these communities. Countless studies reveal that lower income people of all groups tend to follow the same negative trajectory. Racism is the belief that one race or culture is superior to another, regardless of biological evidence that negates this belief. This difference – the perceived inferiority of one race over another – is commonly used and abused as basis for discrimination, whether institutionalized or individualized through social construction. The widespread societal and institutional changes in America since the 1960s have done little to eliminate discrimination faced by racial minorities even after the election of a black president. Race is not just a social construction but a historical construction that has been embedded into each of our lives through social classes and institutions since the day we were born. “Even though race is constructed through historic meanings and social interactions it is as much a part of our national character as themes of patriotism.” (Defending Whiteness, 8) Minorities historically have had less access to quality......

Words: 1810 - Pages: 8

Premium Essay

Gender, Class, and Race Stereotypes in American Television

...Gender, Class, and Race Stereotypes in American Television A Content Analysis Gender, class, and race stereotypes abound in contemporary society, much like they have done throughout human history. With the advent of television, however, stereotypical assumptions have become so pervasive, and so diffused, that some call for a serious and purposeful scrutiny of television's contents. On the following pages, various content analyses of television programs will be addressed, followed by discussions on the greater implications race, class, and gender stereotypes have on society. The research method most often used in studying media images is called content analysis. Content analysis is a descriptive method in which researchers analyze the actual content of documents and/or programs. By systematically counting items pertaining to a specific category, researchers are able to conceptualize a larger theoretical framework based on their observations of media content (Wiseman 1970). Content analyses of television programming show, that during prime time hours, men make up the vast majority of characters shown. Furthermore, women characters found during that same time frame are mainly in comedies, while men predominate in dramas. Thus, the implications are that men are to be taken serious, while women should not. (Tuchman 1978). Similarly, content analyses on soap operas reveal highly stereotypical representations of the genders. In soap operas, strong, willful women are......

Words: 1249 - Pages: 5

Premium Essay

Influence of Gender, Race and Socioeconomic Differences on Depression

...Influence of gender, race and socioeconomic differences on depression Introduction According to Link and Phelan (1995), socioeconomic resources are a major determinant of differences in wellbeing of people. This paper draws heavily on the work of Roxburgh (2009) to extend on the fundamental cause perspective by expanding of the definition of resources, examining how race and gender influence the differences in relations between resources and mental health and modeling the relation between social status, gender and race while taking into account any differences in effect of resources across race and gender. While Roxburgh (2009) used a 2003 National Health Interview Survey (NHIS) dataset, this study used the 2011 NHIS dataset. According to fundamental cause perspective, socioeconomic resources (education, income and wealth) enables one to access resources which leads to better health outcomes through its influences on attitudes and behavior. According to role theory, the relation between role occupancy and health stems from access to resources, for example, social support which is derived from occupying socially value roles (Simon, 1995). For example, the primary social roles of marriage and employment confer one psychosocial support, social support and economic resources which lead to differences in welfare of individuals. For the case of employment, economic benefit in terms of income and co-worker social support plus the structured working routines encourage......

Words: 2390 - Pages: 10

Free Essay

Oppression Among Gender Race and Class

...become a “restrictive structure of forces and barriers that immobilize and reduce a group or category of people” (Heldke & O’Connor 2004:530). “Class refers to endure and systematic differences in access to and control over production of goods and services, as well as the resources for provisioning and survival” (Acker 2006: 442). “Gender, refers to the socially constructed differences between male and female and the beliefs and identities that support difference and inequality, is also present in all organizations” (Acker 2006:444). “Race, refers to socially defined differences based on physical characteristics, culture, and historical domination and oppression, justified by entrenched beliefs” (Weber 2001 :10).This paper will analyze and discuss the issue of oppressions in relation to class, gender, and race using W.E.B. Du Bois’ thoughts on race, gender, and class. Also, the intersectional theory according to Patricia Hill Collins will be used for analyzing and discussion in regards race, gender and class. The work of W. E. B. Du Bois (1868-1963) has recently become recognized for its significant contributions to sociological theory (Zuckerman 2004:3). Although Du Bois himself was overwhelmingly concerned with the scientific perspective of "value free" sociological research, later social theorists have found his views on race to offer one of the first instances of the articulation of standpoint theory ( Zuckerman 2004:5). This theoretical perspective is anything but......

Words: 2635 - Pages: 11

Premium Essay

1. Discuss How the Interaction of Class, Gender, Race and Age Affects Criminal Opportunities

...sociological variables class, gender, race, and age are now viewed as a direct contributor to deviant behavior. One view as put by Anderson “When alienation becomes so entrenched, an oppositional culture can develop and flourish. This culture, especially among the young can gain strength and legitimacy by opposing dominant society and its’ agents.”(Andersen 1999: 216). This view I think is one of these biggest contributing factors. The second biggest factor I think lies in the Strain theory which argues that these variables, particularly class, lead to blocked opportunities in achieving the shared “American Dream” which then fostered deviant alternatives for economic success (Cloward and Ohlin 1960). Race, class gender and age are positions that do shape access to the opportunity structure, and may make a path to values that are a direct cause of deviance. Certain types of deviant activities do require knowledge, skills, rationales, and avenues for engagement. Class continues to be the primary consideration, because it interacts with race, gender and age, these which are often implied if not thoroughly addressed. Until recently, the focus has been on poverty as a third contributor to deviance, and yes, some types of deviance are more available to the poor, often not by choice. Some forms of crime require wealth and power such as White Collar crimes generally committed by the middle-class or the rich being mostly white, male and middle-aged. No factors in class, gender, race,......

Words: 298 - Pages: 2

Premium Essay

Race and Social Class Issues

...The Fresh Prince of Bel Air has a lot of aspects in it that deals with societal issues that are rarely seen because this show is a comedy. There are specific episodes that really show some of these issues but look at them in a comical way. If you can get away from the comical part of it, you could really delve deep into these episodes and really find and pick apart some aspects that address major issues. The show can be looked at and broken up into three sections: Race, class, and family dynamic. I will look at and analyze these three sections using Stuart Hall’s Model of Encoding and Decoding and go through the steps involved in this model, and connect them with some episodes and some aspects of The Fresh Prince of Bel Air. Race Using Stuart Hall’s Encoding and Decoding Model of Communication, we will use a few examples from the show The Fresh Prince of Bel Air which deal with race. For each of these examples all four stages of the encoding and decoding model of communication will be applied. In one episode, Will and Carlton were driving to Palm Springs to meet up with the rest of their family, and they were following all laws and ended up getting pulled over and even taken to jail. For the first stage which is production, I look at examples of other movies or television shows, and look at what The Fresh Prince of Bel Air does. In a lot of movies and television shows, when there is a scene that involves a traffic stop, in order to build suspense, the cameras will only......

Words: 1607 - Pages: 7

Premium Essay

Race and Gender

...females, were the key drivers of the company’s growth. Recent research has shown that many young parents especially mothers are currently undergoing through stressful lives as a result of changes in families’ dynamics and structures (Hadden & Borgatta, 2010). Background of the study The 20th century witnessed very remarkable adjustments in the families’ dynamics and structures in America and Western Europe. There are many smaller households in terms of family size which is a further change from the extended families to nuclear families. However, these changes have been accompanied by decrease in nuptiality and increase in divorce (Young, 2008). New forms of unions such as living-apart-together, unmarried cohabitation, changing gender and intergenerational relations have appeared. Also a great decrease in fertility that is often below replacement levels has been noted. The issues have stressed the societies a lot and extreme suffering to the women, who carries the heavier part of the load concerning the matter. This makes many of the female workers to be undermined in the work place by their male co-workers. As a result there have been a great reduction in performance by young women workers, of whom, the study group believed that they were subjected to psychological disturbance as a result of changes in families’ dynamics and structures. Excess use of tradition believes about men being superior than ladies was accelerated by the women’s’ suffering resulting from the...

Words: 2132 - Pages: 9

Premium Essay

Dating Differences Amongst Race and Gender

...the practices of dating between gender, race and socioeconomic status and why these differences persist. Is it just the societal norms that further reinforce these practices or is it because of other factors, which tie in to gender roles, cultural values, or social class status. Throughout the research there were similar ideas of social norms that are accepted when one is dating. The most common ones appeared to be gift giving, meeting each other’s family, dressing up and going out, and labeling the relationship when asked. These are all considered important moments that signify to society that two people are in a relationship. As far as genders go the results when looking into dating habits seemed to play into the concept of gender roles. In gender roles women are expected to be passive, subordinate, and display a sense of nurturing. Men are expected to be dominant, aggressive, strong, powerful, and take charge. In the research women seemed to be more passive and submissive. They expected financial returns when giving gifts. Women expect to receive gifts rather than give them. They view the man taking them out as a strong indicator of being in a relationship. Men were expected to be the pursuers. They were expected to make the first move when they came across a woman they were interested in. Men expected sexual experiences as a return for giving gifts. Men would actually give gifts in an attempt to speed up sexual encounters. Both genders perceived meeting each other’s......

Words: 956 - Pages: 4

Premium Essay

Race and Gender Discrimination

...Brandon School & Society 8 December 2014 Race And Gender Discrimination The issue of discrimination has been the cause of raging debates for a long time in the history of the United States. Such discrimination may be based on race, gender color, ethnicity, or any other basis that distinguishes people and tends to favor specific groups over others. During the history of America, the American people have observed discrimination on many fronts and especially so against black people and the minority. The concepts of race, gender, and class have had a tremendous effect on children’s experiences through the American education system. Different children and people have different life experiences as well as different backgrounds. As such, one cannot wish away these elements of race gender and class in an education system that has real people from real societies. As such, a society can only hope to find ways of reducing the distinctions and the discrimination associated with those elements in the schools. The discussion in this paper will analyze the modern forms of racial and sexual discrimination, which affects access and treatment of students in schools. It will propose an argument for ways of creating racial and gender equality in schools in the United States. Equality of education in American schools refers to the provision of similar opportunities, expectations, and support in education for people from both gender as well as for people from different......

Words: 1518 - Pages: 7

Premium Essay

Race and Gender as Moderators

...The current issue and full text archive of this journal is available at www.emeraldinsight.com/0268-3946.htm JMP 21,5 RESEARCH NOTE Income, the love of money, pay comparison, and pay satisfaction 476 Received June 2005 Revised February 2006 Accepted February 2006 Race and gender as moderators Thomas Li-Ping Tang Middle Tennessee State University, Murfreesboro, Tennessee, USA Theresa Li-Na Tang Affinion Group, Brentwood, Tennessee, USA, and Beeta Yazmeen Homaifar Mental Illness Research, Education and Clinical Center, Denver, Colorado, USA Abstract Purpose – This study aims to test a model of pay satisfaction and argue that the income-pay satisfaction relationship depends on one’s love of money and how one compares. Design/methodology/approach – The paper investigates: a direct path (income ! total pay satisfaction); an indirect path (income ! the love of money ! pay equity comparison ! total pay satisfaction) using a structural equation model (SEM) based on 210 full-time employees; and the model across race and gender in multi-group analyses. Findings – The paper finds that for the whole sample, there was one significant path (pay equity comparison ! total pay satisfaction). Since African-Americans ($32,073.15) and women ($32,400.58) tended to have lower income than Caucasians ($37,180.73) and men ($38,287.97), respectively, income significantly increased the importance of the love of money for African-Americans and females, but not for......

Words: 7687 - Pages: 31

Free Essay

Gender Roles and Social Class

...Jenna Canam Dr. Rhoda Zuk ENGL 1170 2 February 2016 Gender Roles and Social Class in “The Yellow Wall-Paper” and “Revelation” Charlotte Perkins Gilman’s “The Yellow Wall-Paper” illustrates the hardships that woman suffered during this time period, physically and mentally. John is the perfect example of what a dominating spouse is like, a man who is in complete control over his wife. “John laughs at me, of course, but one expects that in marriage” (Gilman 3). John laughs at his Wife’s ideas and thoughts, he never took what she had to say in a serious matter. It is clear by Jane’s statement that this is what what was expected in society during that time period. The authors views on feminism are shown through both the dialogue and thoughts of Jane. Jane’s need to express her thinking breaks through some social barriers during this time period, “I did write for a while in spite of them” (Gilman 3). Jane feels depressed when she is unable to express her thoughts through writing, as writing was the only way she felt free of those thoughts. She feels tired of hiding from her husband and society, but Jane also feels societies pressure to remain under the care of her husband. “He takes all care from me, and so I feel basely ungrateful not to value it more” (Gilman 4). Even though John has eliminated all control from Jane’s hands, making her feel like a prisoner, she feels societies pressure to worship him and agree with his way of thinking of being in complete control.......

Words: 868 - Pages: 4

Free Essay

Race, Gender, Sex in Hollywood Film

...FTVS 598: TAKE HOME FINAL ESSAY. By Vivek Nipani 1. In Ridley Scott’s Alien (1979) what qualities does Ellen Ripley (Sigourney Weaver) project or possess that make her seem so tough? How or where does her femininity figure in her toughness? According to Sherrie A. Inness in “Lady Killers, Tough Enough?” what are two ways that Hollywood cinema undermines and punishes tough or powerful women? How is this twice demonstrated in Elizabeth (Shekhar Kapur,1998)? And how does Elizabeth I (Cate Blanchett) re-assess her gender to secure lasting power? Finally, in what way can she be considered according to Inness’s formulation, “pseudo-tough?” It is interesting to note that women in Hollywood are not considered tough even when they play characters that can break and haunt a male protagonist in the film. Sherrie A. Inness in her chapter, “Women warriors and wonder women in popular culture,” mentions that, all women in Hollywood are not as tough as they seem. They repeatedly show the tough and masculine killer nature is nothing but all women or feminine underneath. They are made and designed to be desirable by men, even if they are found in the middle of an intense battle, they show no signs of breaking a sweat, with their beautiful hair flowing in high speed shots and are lithe stylistically to make them look like an Amazon warrior with a ton of sexuality. I found this analogy true and very interesting as we were shown the clip from the Ridley Scot film,......

Words: 3371 - Pages: 14

Premium Essay

How Race and Class Affect Individuals

... How Race and Class Affect Individuals In society today, Americans are getting hurt physically, emotionally, and spiritually. We are not afraid to take action whenever these actions take place in different communities. People also have their own feelings about particular subjects. Race and class have a major impact in our lives because these are issues we face everyday. In Chapter 6 of The Generation of Ideas: A Thematic Reader, three questions are asked based on race and class: “Are race and class together just convenient ways for people to classify their society so that they can better understand it? Is there anything dangerous in doing so? Are there any other useful ways to classify society?” (Miller 576). Out of these questions are four issues that are taking place today involving race and class: people are judging only by race and class, letting materialism and consumerism rule their lives, neglecting or making fun of those who are less fortunate, and not looking for other ways to classify society. If we look past these issues, we can start making the world a better place to live. However, race and class are both in connection with each other, but also can be totally opposite from each other. The first question that is asked ties in with the issue that people are judging only by race and class. Sure, it is convenient to better understand society by race and class because people can see how race and class is......

Words: 2235 - Pages: 9

Premium Essay

Discuss How the Interaction of Class, Gender, Race and Age Affects Criminal Opportunities

...1. Discuss How the Interaction of Class, Gender, Race and Age Affects Criminal Opportunities Many criminologists have looked for the answers on the effects of crime with only a few who agree on common grounds on why some choose to commit crimes and others choose to defy it even though there are given opportunities. Criminologists have found four sociological variables class, gender, race, and age are now viewed as a direct contributor to deviant behavior. One view as put by Anderson “When alienation becomes so entrenched, an oppositional culture can develop and flourish. This culture, especially among the young can gain strength and legitimacy by opposing dominant society and its’ agents.”(Andersen 1999: 216). This view I think is one of these biggest contributing factors. The second biggest factor I think lies in the Strain theory which argues that these variables, particularly class, lead to blocked opportunities in achieving the shared “American Dream” which then fostered deviant alternatives for economic success (Cloward and Ohlin 1960). Race, class gender and age are positions that do shape access to the opportunity structure, and may make a path to values that are a direct cause of deviance. Certain types of deviant activities do require knowledge, skills, rationales, and avenues for engagement. Class continues to be the primary consideration, because it interacts with race, gender and age, these which are often implied if not thoroughly addressed. Until recently, the......

Words: 312 - Pages: 2