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Untersuchung Der Geldmenge M1 in China

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Submitted By milianm
Words 4029
Pages 17
Inhaltsverzeichnis Einleitung 2 Geldmenge (Geldmengenaggregat) 2 Entwicklung der Geldmengen M0 und M1 3 Definition Sichteinlagen 4 Zusammenhang zwischen M0 und M1 5 Geldschöpfungsmultiplikator 5 Ablauf 5 Annahmen 6 Herleitung 6 Zusammenhang der Geldmengen mit dem Bruttoinlandsprodukt 9 Quantitätsgleichung 10 Bruttoinlandsprodukt und Geldmengen M0 und M1 in China 11 Einfluss der „Monetären Politik“ auf M0 und M1 12 Zusammenhang der Geldmenge M1 und der Inflation 14 Abhängigkeit der Geldmenge M1 von dem Leitzins 16 Zusammenhang zwischen Realen und Nominalen Zins 17 Einfluss von xxxx ε auf M1 20 Einfluss aller Faktoren auf M1 21 Fazit 22

Einleitung
Die Geldpolitik einer Volkswirtschaft hat maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der selbigen. Somit ist es durchaus angemessen zu behaupten, dass der Steuerung der Geldmenge in einer Volkswirtschaft eine entscheidende Rolle zukommt. Die Politik muss sicherstellen, dass das Geldangebot groß genug ist, um die Wirtschaft im angemessenen Rahmen zu unterstützen, jedoch aber nicht so groß das es durch ein Überangebot zu einer Inflation kommt und somit die Preisstabilität des Landes nicht mehr gewährleistet ist. Diesem Anspruch haben sich die jeweiligen Zentralbanken verschrieben und versuchen durch verschieden Maßnahmen die Geldmenge so zu steuern, dass sie die oben genannten Bedingungen erfüllt sind und somit die Wirtschaft des jeweiligen unterstützt wird. Aufzuzeigen in welchem Maße dies möglich ist wird zentraler Bestandteil dieser Arbeit sein. Um diesem theoretischen Aspekt eine handfeste Grundlage zu geben wird die gesamte Analyse dieser Ausarbeitung unter der realen Ausprägung der Geldmengen in China subsumiert. Im speziellen wird darauf eingegangen wie in China die verschiedenen Geldmengenaggregate (M) definiert werden und welche generellen Einflussfaktoren es auf die Geldmenge M1 gibt.
Geldmenge (Geldmengenaggregat)
Unter den synonymhaft zu gebrauchenden Bezeichnungen der Geldmenge oder auch des Geldmengenaggregates wird in der Wirtschaftslehre der Gesamte Bestand an Geld einer Volkswirtschaft verstanden, der sich bei Nichtbanken befindet. Diese allgemeine Definition wird weiter spezifizier, wenn man die einzelnen Ausprägungen, die das Geldmengenaggregat annehmen kann, weitergehend aufgliedert. Somit werden je nach Land oder zutreffender je nach involvierter Zentralbank verschiedene Geldmengen (M) definiert. Im Folgenden wird eine Definition der Geldmengen M0 – M3 aus der Sicht der chinesischen Notenbank der „Peoples Bank of China“ gegeben. Hierbei wird ein aufeinander aufbauendes System beschrieben, bei dem jede nächsthöhere Geldmenge die jeweils niedrigere beinhaltet und somit als Teilmenge anzusehen ist.
M0⊂M1⊂M2⊂M3
Desweiteren gibt der Index von 0 bis 3 auch die „Liquiditätsnähe“ des inkludierten Guthabens an und somit die Verfügbarkeit des Guthaben für den Bankkunden (Nicht-Banken).
M0: Banknoten und Münzen, die sich im Umlauf außerhalb des Bankensystems befinden
M1: M0 plus Sichteinlagen
M2: M1 plus Quasi-Geld (Termineinlagen, Spareinlagen, andere Einlagen)

Die folgende Analyse wird sich nur auf die Geldmengenaggregate bis zu M1 konzentrieren. Hierbei wird aufgezeigt welche Einflussfaktoren es auf die selbige gibt und in welchen gesamtvolkswirtschaftlichen Zusammenhang diese steht.
Entwicklung der Geldmengen M0 und M1
Bevor jedoch näher auf die Steuerungsmöglichkeiten und die generellen Einflussfaktoren auf die jeweilige Geldmenge eingegangen wird, wird im Folgenden zuerst einmal die historische Entwicklung der Geldmengen M0 und M1 aufgezeigt und im Folgeschritt erklärt.
Schaubild 1 – Quelle: National Bureau of Statistics of China: Statistical Yearbook 2013
28984,77 Mrd. Yuan

5074,85 Mrd. Yuan

Schaubild 1 – Quelle: National Bureau of Statistics of China: Statistical Yearbook 2013
28984,77 Mrd. Yuan

5074,85 Mrd. Yuan

Aus Schaubild 1 lassen sich mehrere Fakten über das chinesische Geldmengenaggregat ableiten. Zum einen ist ersichtlich, dass sowohl die Geldmenge M0 als auch die Geldmenge M1 über den Zeitraum von 1990 – 2011 stetig gewachsen ist. Somit weist M0 eine kumulierte jährliche Wachstumsrate von 15,9% auf, wohingegen M1 eine kumulierte jährliche Wachstumsrate von 20,5% aufweist. Zum anderen ist aber auf der Grundlage des Graphen und aus den abgeleiteten jährlichen Wachstumsraten auch ersichtlich, dass der Unterschied im Angebot der absoluten Höhe der Geldmengenaggregate seit 1990 stetig größer geworden ist.
Wie lässt sich dieser Umstand auf Grundlage der oben gegebenen Definition erklären?
Per Definition kann die Geldmenge M1 als Summand der Geldmenge M0 und der Sichteinlagen von Nicht-Banken gesehen werden.
M1=M0+Sichteinlagen <=> Sichteinlagen =M1-M0
Somit ist klar ersichtlich, dass die steigende Differenz von den Geldmengen M0 und M1 auf die steigende Höhe der Sichteinlagen zurückzuführen ist.
Definition Sichteinlagen
Bei Sichteinlagen/Giroeinlagen handelt es sich um Einlagen, die bei Sicht, d. h. ohne jegliche Art der Kündigung fällig sind. Der Inhaber eines Sichteinlagenkontos (z.B. Girokonto) kann ohne jede vorherige Ankündigung sein gesamtes Guthaben von seinem Sichteinlagenkonto abziehen. Die Bank hingegen hat kein Recht diesem Vorhaben zu wiedersprechen.
23909,92 Mrd. Yuan
23909,92 Mrd. Yuan
Schaubild 2 – Quelle Institute of Economics Tongjji-University
Schaubild 2 – Quelle Institute of Economics Tongjji-University
In Milliarden Yuan
In Milliarden Yuan

Zusammenhang zwischen M0 und M1
Nachdem nun die Entwicklung der Geldmengen M0 und M1 untersucht wurde und gezeigt wurde, dass die stetig wachsende Differenzen der beiden Geldmengen auf die Erhöhung der Sichteinlagen zurückzuführen ist, wird nun der theoretische Zusammenhang zwischen M0 und M1 näher beleuchtet. Da es sich bei Sichteinlagen der Geschäftsbanken nicht um das von Zentralbank ausgegebene Bargeld handelt, muss es einen Mechanismus der Geldschöpfung geben, der nicht von der Zentralbank gesteuert wird sondern der von den Geschäftsbanken ausgeht. Dieser Mechanismus der Geldschöpfung wird im Folgenden dargestellt.

Geldschöpfungsmultiplikator
Um sich dem theoretischem Modell der Geldschöpfungsmultiplikation zu nähern, wird folgender genereller Ablauf angenommen.
Ablauf
1. Die Zentralbank emittiert Zentralbankgeld welches die Grundlage der Geldbasis B bildet. 2. Desweiteren geht das Modell davon aus, dass die Haushalte (Nicht-Banken) einen Teil der zur Verfügung stehenden Geldmenge B nicht als Bargeld halten wollen und somit als Sichteinlage auf das Konto einer Geschäftsbank überweisen. 3. Geschäftsbanken verleihen das von den Nicht-Banken bei ihnen eingezahlte Geld wiederum an weitere Nicht-Banken.
Nun ist ersichtlich, dass wenn Annahme 3 zutrifft wiederum Annahme 2 greift, da das Publikum noch immer einen Teil ihres Geldes nicht als Bargeld halten möchte und wiederum auf ein Geschäftsbankkonto überweist. Somit können wir erkennen, dass zwischen Annahme 2 und Annahme 3 eine Iteration stattfindet die theoretisch in einer unendlichen vervielfältigen der Geldmenge M1 resultieren müsste. Doch wie aus Graph 2 ersichtlich ist, gibt es keine unendliche Geldschöpfung im Bereich der Sichteinlagen. Der Grund hierfür ist der Mindestreservesatz der von der Zentralbank den Geschäftsbanken vorgeschrieben wird, somit können die Geschäftsbanken nicht 100% der von Nicht-Banken bei ihnen angelegten Einlagen wieder als neue Kredite weitervergeben, sondern müssen einen gewissen Prozentsatz einbehalten.

Im Folgenden wird der Geldschöpfungsmultiplikator hergeleitet.

Annahmen (1) Wir nehmen ein Mischgeldsystem an, dass sich wie folgt zusammensetzt:
Die von der Zentralbank ausgegebene Geldmenge (B) setzt sich aus dem Bargeld (C = M0) der Nichtbanken, sowie der Mindestreserve (Z) der Geschäftsbanken bei der Zentralbank und der freiwilligen Überschussreserve (Ü) der Geschäftsbanken zusammen.
B=C+ Z+ Ü⇔Z=B-C- Ü
Desweiteren gehen wir davon aus, dass die Geschäftsbanken ihren Gewinn maximieren wollen und somit keine Überschussreserven halten.
Ü=0⇒B=C+Z ⇔Z=B-C (2) Die Geschäftsbanken schöpfen Giralgeld aus den Depositen (D) der Nicht-Banken
M=C+D
(3) Die Geschäftsbanken sind an den Mindestreservesatz (z) den die Zentralbank vorgibt gebunden
Z=z*D ⇔D= Zz (4) Die Nicht-Banken werden nicht ihre Gesamte Geldmenge (M) als Einlagen in die Geschäftsbank transferieren, sondern werden eine gewissen Anteil an Bargeld behalten, die sogenannte Bargeldquote (c) C=c*M
Herleitung
Aus den oben genannten Annahmen lässt sich nun wie folgt de Geldschöpfungsmultiplikator (m) herleiten: (1) M=C+D (2) M=c*M+Zz mit C=c*M ∧D= Zz (3) M=c*M+ B-Cz mit Z=B-C (4) M=c*M+ Bz- Cz (5) M=c*M+ Bz- c*Mz mit C=c*M (6) Bz=M-c*M+c*Mz (7) Bz=M*(1-c+cz) (8) M= Bz*1-c+cz (9) MB= 1z*1-c+cz ⇔ m= 1z*1-c+cz
Nun ist in China die Geldmenge M0 nicht gleich dem gesamten Zentralbankgeld, sondern es entspricht nur dem Bargeldumlauf. Mit einer Mindestreservepflicht der Zentralbank folgt somit:
B=M0+Z
Mit M0=0,8 B und Z=0,2 B
B = 1,25 M0

Hieraus folgt, dass Geldmenge M1 = m*B ⇔M1=1,25 m*M0 von den 3 Faktoren (M0), (c) und (z) abhängt. Deswegen ist ersichtlich, dass Maßnahmen die auf die Steuerung von M1 abzielen, entweder den Gesamtbestand an Zentralbankgeld, die Mindestreservepflicht oder die Bargeldquote beeinflussen müssen. Sowohl die Ausschüttung von Zentralbankgeld als auch die Mindestreserve können von der Zentralbank direkt beeinflusst werden, die Bargeldquote hingegen hängt von der allgemeinen Notwendigkeit ab Geschäfte nicht mit Giralgeld sondern mit Bargeld abwickeln zu müssen und kann somit nur indirekt durch eine Anpassung der Verfügbarkeit von Bargeldloser Zahlung beeinflusst werden. Desweiteren ist noch zu erwähnen, dass die Steuerung des Geldaggregates M1 auch nur dann in vollem Maße möglich ist, wenn die Geschäftsbanken auch die volle Möglichkeit der Giralgeldschöpfung ausschöpfen. Inwieweit das der Fall in China ist wird später noch näher beschrieben. Zuerst wird jedoch der soeben dargestellte theoretische Rahmen anhand von den jeweiligen Statistiken auf die aktuelle chinesische Geldschöpfung angewandt.

C = M0
C=c*M1 ⇔ c=M0M1
2011: z= 0,2 c= 0,06
M1=1,25 m*M0
M1=1,25* 1z*1-c+cz*M0
M1=1,25* 10,2*1-0,06+0,060,2*5465,98=25578,88 in Mrd. Yuan
Die Rechnung zeigt, dass die maximale Geldmenge die die Banken theoretisch schöpfen könnten geringer ist das die Menge die diese tatsächlich schöpfen. Dieser logische Bruch lässt sich nur dadurch erklären, dass die Annahme das die Banken keine Überschussreserven halten (Ü = 0) nicht korrekt sein kann. Aus den vorhandenen Daten lässt sich leider jedoch nicht erschließen wie hoch die tatsächlichen Überschussreserven der Geschäftsbanken wirklich sind. Um dennoch eine Aussage darüber zu treffen ob die Banken ihr Geldschöpfungspotenzial auch wirklich ausschöpfen wird im Folgenden der Zusammenhang zwischen der Änderung der Geldmenge M1 und der Änderung der Mindestreserve z untersucht.
Desweiteren wird im Folgenden nur noch die Auswirkung auf die Änderung der Geldmengen (ΔM) untersucht und alle weiteren Einflussfaktoren auch als Änderungsrate angegeben. Um eine Vergleichbarkeit der Größen zu schaffen wurden alle Änderungsgrößen auf das Jahr 1997 bezogen und folgendermaßen berechnet:
∆M0t=M0tM21997- M0t-1M21997*100
∆zt=ztz1997- zt-1z1997*100
ΔM0 wurde hierbei auf die Geldmenge M2 mit Basisjahr 1997 bezogen um die Änderung zur gesamten Geldmenge aufzuzeigen. Eine weitere Möglichkeit wäre es ΔM0 auf Grundlage von M0 im Basisjahr 1997 auszudrücken. Beide Methoden sind mathematisch äquivalent, d.h. bis auf einen konstanten Faktor unterscheiden sich die Berechnungen von ΔM0 nicht. Hier wurde M2 gewählt um den Zusammenhang der Geldmenge M0 im Gesamtkontext näher darzustellen.

∆M1=18,4605+0,1378 ∆z

Aus der Regressionsanalyse ist ersichtlich, dass mit einem Bestimmtheitsmaß von R² = 0,0335 und PΔz= 0,531 die Geldmenge M1 und die Mindestreserve z keine Korrelation aufweisen. Dies lässt sich nur dadurch erklären, dass die Geschäftsbanken ihr vollen Geldschöpfungspotenzial nicht ausnutzen und dass dadurch eine Änderung der Mindestreserve keinen direkten Einfluss auf die Geldmenge M1 hat.

Zusammenhang der Geldmengen mit dem Bruttoinlandsprodukt
Im Folgenden wird untersucht, wie die Geldmenge theoretisch mit dem Bruttoinlandsprodukt zusammenhängt einer Volkswirtschaft zusammenhängt.
Die Geldmenge und das BIP müssen sich gegenseitig nicht zwingend bedingen, dennoch gibt es valide Argumente, dass diese beiden Größen zusammenhängen. Wenn das BIP eines Landes steigt, bedeutet das, dass mehr Güter oder Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden. Diese steigende Gütermenge (materiell oder immateriell) braucht Geld um bezahlt zu werden, somit würde eine dem Bruttoinlandsprodukts gegenläufige Geldpolitik (steigendes BIP; sinkende Geldmenge) das Volumen der Transaktionen mindern und somit den Betrag des Bruttoinlandproduktes. Bei einem steigenden Bruttoinlandsprodukt wird die Geldmenge nicht als Folge der größeren Produktionsmöglichkeit erhöht, sondern als Notwendigkeit das größere Produktionspotenzial realwirtschaftlich zu ermöglichen. In umgekehrter Kausalität beeinflusst das Bruttoinlandsprodukt auch die Geldmenge und zwar durch das Bankensystem. Wenn das Bruttoinlandsprodukt stark wächst werden mehr Transaktionen und Investitionen getätigt somit ist die Nachfrage nach Geld groß und Banken werden mehr Giralgeld durch Kreditvergabe schöpfen, was wiederum einen Einfluss auf alle Geldmengen größer als M0 hat.
Nachdem hier nun argumentativ der logische Zusammenhang zwischen Bruttoinlandsprodukt und Geldmenge dargestellt wurde, wird nun der theoretische Zusammenhang mathematisch durch die Quantitätsgleichung dargestellt.

Quantitätsgleichung
Die Quantitätsgleichung ist die mathematische Untermauerung der Quantitätstheorie des Geldes, welche einen Zusammenhang von Geldmenge und dem Güterhandel einer Volkswirtschaft, nämlich dem Bruttoinlandsprodukt, postuliert. Hierbei wird im ersten Schritt davon ausgegangen, dass Geld überhaupt gehalten wird um Transaktionen durchzuführen, dies wird durch Quantitätsgleichung folgendermaßen ausgedrückt:
M*V=P*T
Geldmenge*Umlaufgeschwindigkeit=Preis*Transaktionen * M= Geldmenge * V= Umlaufgeschwindigkeit (Gibt an wie häufig eine Geldeinheit der betrachteten Periode für Transaktionen verwendet wurde) * P= Preisniveau (Durchschnittspreis der Güter und Dienstleistungen) * T= Transaktionen (Durchschnittliche Anzahl von Transaktionen in der betrachteten Periode)
Während die rechte Seite der obenstehenden Gleichung das Volumen der Güter und Dienstleistungen wiedergibt, spiegelt die linke Seite der Gleichung die dafür benötigte Geldmenge dar. Somit bedeutet die Gleichung das alle Transaktionen mal ihrem jeweiligen Preis, genau der vorhanden Geldmenge mal der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes entspricht. Dieser Ansatz hat durchaus seine Berechtigung, dennoch hat er die Schwäche, dass man niemals alle Einzelpreise und Einzeltransaktionen einer Volkswirtschaft kennen kann. Somit kann die Quantitätsgleichung in der Form modifiziert werden, dass man sie auf die bekannte Größe des Bruttoinlandsproduktes zurückführen kann. Die modifizierte Gleichung stellt sich Folgendermaßen dar:
M*V=P*Y
Geldmenge*Umlaufgeschwindigkeit=Preis*reales BIP
M=P*YV
* Y = reales BIP (Inflationsbereinigtes Bruttoinlandsprodukt) * P = Preisniveau/ BIP-Deflator ( wobei gilt :P= nominales BIPreales BIP) * P*Y= nominales BIPreales BIP*reales BIP=nominales BIP

Hierbei wurde die die Gesamtmenge der Transaktionen durch die Gesamtproduktion (reales BIP) einer Volkswirtschaft ersetzt, wohingegen der Preis der jeweiligen Einzeltransaktionen durch das allgemeine Preisniveau dem sogenannten BIP-Deflator ersetzt wurde. Somit kann die Geldmenge nun in Relation sowohl des Nominalen BIPs als auch des realen BIPs ausgedrückt werden und zwar in der Form, dass die Geldmenge mal der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes gleich dem realen BIPs mal des BIP-Deflators ist.
Somit ist klar zu erkennen, dass zwischen Bruttoinlandsprodukt und der Geldmenge ein logischer Zusammenhang besteht.
Bruttoinlandsprodukt und Geldmengen M0 und M1 in China
Nachdem nun der mathematische Zusammenhang dargestellt wurde, wird nun überprüft ob sich die soeben getroffene Aussage über BIP und Geldmenge auch an empirischen Messungen in der Volkswirtschaft Chinas wiederfinden lässt, oder ob hier weitere Einflussgrößen eine Rolle spielen, die verhindern das wir einen signifikanten Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen erkennen können.
Schaubild 3 – Quelle Institute of Economics Tongjji-University
Schaubild 3 – Quelle Institute of Economics Tongjji-University

Schaubild 3 zeigt von 1990 bis 2011 die Entwicklung der beiden Geldmengenaggregate M0 und M1 in Abhängigkeit des Bruttoinlandsproduktes. Wie aus der Grafik zu erkennen ist lassen sich die beiden Größen folgendermaßen durch eine lineare Regression darstellen.
M0= 273,46+0,1051 BIP mit R2=0,9883
M1= -1025,1+0,6417 BIP mit R2=0,9898

Die Bestimmtheitsmaße RM0 2=0,9883 und RM1 2=0,9898 lassen klar erkennen das bei jeder Geldmenge ca. 99% der erhobenen Daten sich mit dem obengenannten Modell beschreiben lassen. Somit ist die Annahme von M0 = f(BIP) und M1= f(BIP) berechtigt. Auch lässt sich erkennen, dass die Geldmenge M0 in Relation viel langsamer wächst als die Geldmenge M1, was den oben beschriebenen Einfluss der Geschäftsbanken untermauert, nämlich der Befriedigung von Krediten durch Giralgeldschöpfung.

Einfluss der „Monetären Politik“ auf M0 und M1
Die jeweiligen Geldmengen nur mit dem Bruttoinlandsprodukt zu erklären wäre jedoch zu kurz gegriffen, im speziellen Fall von China müssen wir noch eine Steuerung der Geldmenge durch die Politik in Erwägung ziehen. Hierfür wird nun die Rechnungsgröße der „Monetären Politik“ (MP) eingeführt, diese setzt sich folgendermaßen Zusammen:

Die Änderungsrate des Bruttoinlandsproduktes wird folgendermaßen definiert:
∆BIP_realt=BIP_realtBIP_real1997- BIP_realt-1BIP_real1997*100
Wenn man nun sowohl den Einfluss des Bruttoinlandproduktes und der „Monetären Politik“ in Betracht zieht, kann man mittels multipler Regression Folgendes zeigen:

∆M0= -2,19083+0,17375*∆BIP+1,00428*MP mit R2=0,8613

Aus obiger Regressionsanalyse lässt sich schließen das die Annahme: ∆M0=f(∆ BIPreal, MP) als richtig angesehen werden kann. Mit einem Bestimmtheitsmaß von R2=0,8613 und jeweiligen P-Werten von PΔBIP = 0 und PMP = 0,006 zeigt die Regressionsanalyse die Validität dieser Annahme. Somit wird klar aus der Regressionstabelle ersichtlich, dass die Wahrscheinlichkeit das die gezeigte Korrelation zwischen M0 und MP auch bei einer zufälligen Stichprobe vorhanden wäre mit P=0,006 bei lediglich 0,6%. Somit ist die Annahme das MP einen Einfluss auf ΔM0 berechtigt.

Abgeleitet von der Tatsache das M0 eine Untermenge von M1 ist kann man durch logische Schlussfolgerung beweisen, dass MP auch einen Einfluss auf M1 haben muss. Im Folgenden wird untersucht welchen weiteren Einflussfaktor es auf die Geldmenge M1 noch gibt.
Zusammenhang der Geldmenge M1 und der Inflation
Die Quantitätsgleichung hat den theoretischen Zusammenhang zwischen Geldmenge und dem Bruttoinlandsprodukt gegeben. Doch ist aus dieser Gleichung noch ein zweiter Zusammenhang zu erkennen, nämlich der der Abhängigkeit von Geldmenge M und der Inflation einer Volkswirtschaft.
M*V=P*Y
Geldmenge*Umlaufgeschwindigkeit=Preisniveau*reales BIP
M=P*YV
Wenn wir die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes innerhalb der betrachteten Periode als konstant annehmen sowie auch über eine Periode kein Wachstum des realen BIPs würde sich die Geldmenge dennoch gemäß der Variation der Güterpreise (Inflation/Deflation) verändern. Dies wurde auch schon oben argumentiert in dem die Geldmenge mit dem realen sowie dem nominalen BIP in Verbindung gesetzt wurde. Ein konstantes reales BIP mit einer Veränderung des Preisniveaus ist nichts anderes als eine Änderung des nominalen BIPs, da gilt: Nominales BIP = Reales BIP * Preisniveau

Nun spielt jedoch dieser theoretische Zusammenhang für die Geldmengenänderung nur eine unterordnete Rolle, da eher die Änderung der Geldmenge einen Einfluss auf die Inflation hat. Wenn nämlich die Geldmenge in einem Maße erhöht wird welche das Wachstum des BIP übersteigt bedeutet das, dass überproportional mehr Geld im Umlauf ist, als diesem Güterwerte gegenüber stehen. Somit wird sich gemäß der Quantitätsgleichung das Preisniveau und somit die Inflation erhöhen. Respektive bei einer unterproportionalen Erhöhung der Geldmenge gegenüber dem BIP wird sich das Preisniveau verringern und somit eine Deflation bedingen. Somit:
Wenn: ∆M > ∆BIP ⇒ ∆P >0
Wenn: ∆M < ∆BIP ⇒ ∆P <0
Da nun aber die Regulation der Geldmenge durch die Möglichkeit der Geschäftsbanken Giralgeld zu schöpfen in gewisser weise von der Einflussmöglichkeit der Zentralbanken losgelöst ist, bedeutet dies im Umkehrschluss das die Zentralbank um eine zu große Inflation zu verhindern die Geldmenge M0 unterproportional dem Bruttoinlandproduktes anpassen muss. Somit hat die Inflation gemäß dem der Theorie des Geldschöpfungsmultipliaktor, welcher die Möglichkeit der Giralgeldschöpfung an die Geldmenge M0 bindet, einen Indirekten Einfluss auf die Geldmenge M. Genau wegen dieser Abhängigkeit werden alle weiteren Analysen inflationsbereinigt als Realwerte und nicht als Nominalwerte angegeben
Nun ist jedoch noch ein weiterer indirekter Effekt bezüglich der Inflationsraten einer Volkswirtschaft und dem Einfluss auf die Geldmenge zu beobachten. Inflation hat nämlich einen direkten Einfluss auf den realen Zinssatz der wiederum die Kreditvergabe der Geschäftsbanken beeinflusst wodurch die Giralgeldschöpfung ebenfalls verändert wird. Dieser Zusammenhang wird im nächsten Abschnitt erklärt.

Abhängigkeit der Geldmenge M1 von dem Leitzins
Im Folgenden wird untersucht, ob es eine Abhängigkeit der Geldmenge M1 von dem Leitzins (r) und dem Realzins (i) gibt.
Es wird angenommen, dass eine solche Abhängigkeit besteht, d.h. das eine Zentralbank durch Anpassung des Leitzinses das Kreditvergabeverhalten der Geschäftsbanken beeinflussen können wodurch wiederum die Giralgeldschöpfung beeinflusst wird. Somit lässt sich der Annahme entsprechend die Geldmenge M1 folgendermaßen ausdrücken: M1 = f(r)
Desweiteren wird angenommen, dass der Realzins den die Geschäftsbanken sowohl von dem Nominalzins der Zentralbank, als auch von der Inflationsrate beeinflusst wird. Somit: i = f(r, Inflationsrate)
Wenn wir weiterhin annehmen das die Möglichkeit der Giralgeldschöpfung vom Realzins abhängt ist folgende Modifikation der Abhängigkeit Möglich: M1 = f(i) = f(r,Inflationsrate)
Im Folgenden wird der theoretische Einfluss des Zinses auf die Geldmenge dargestellt, und anschließend anhand empirischer Daten chinesischer Zinsen auf seine Validität geprüft.

Zusammenhang zwischen Realen und Nominalen Zins
Wie bereits erwähnt reguliert die Zentralbank den sogenannten Nominalzins. Durch Anpassung desselben kann sie Einfluss auf die Kreditvergabe der Geschäftsbanken nehmen. Doch ist der regulierte Nominalzins nur indirekt mit der Kreditvergabe und somit mit der Giralgeldschöpfung verknüpft, denn die Wirtschaftseinheit orientieren sich nicht am nominalen Zins sondern am realen Zins. Dieser hängt kann zwar als Funktion des realen Zinses ausgedrückt werden, jedoch muss beachtet werden, dass dieser auch von der Inflationsrate abhängt. Der Zusammenhang wird folgendermaßen dargestellt:
1+i= 1+r1+Inflationsrate
⟺ i= 1+r1+Inflationsrate-1
Aus dieser Gleichung ist ersichtlich, dass Inflation und Realzins umgekehrt proportional in Relation stehen, während Realzins und Nominalzins proportional miteinander Verknüpft sind.
Wie nun Realzins und Geldmenge miteinander in Verbindung stehen soll folgendes Schaubild zeigen:

i
M
D i1 i2
M2
M1 i M
D
i1 i2 M2
M1

Wie aus dem Schaubild klar zu erkennen ist, hat eine Erhöhung des Zinssatzes von i1 auf i2 eine Verringerung der Geldmenge von M1 auf M2 zur Folge. Da wiederum der Zinssatz sowohl von dem Nominalzinsatz als auch von der Inflationsrate abhängt und die Zentralbank auf beides direkt oder indirekt Einfluss nehmen kann, kann sie die Geldmenge M in gewisser weise steuern.
Im Folgenden wird untersucht inwieweit Zins und Geldmenge in China korrelieren.
Analog zu ΔM0 wird nun ΔM1 folgendermaßen definiert.
∆M1t=M1tM21997- M1t-1M21997*100

∆M1=19,983-0,01525 ∆r

Aus der Analyse lässt sich klar schließen, das mit einem Bestimmtheitsmaß von R² = 0,001 und einem P-Wert von P = 0,977 die Korrelation zwischen den Beiden Größen keine hinreichende Erklärung auf die Geldmenge M1 liefert. Dies liegt daran, dass der Kreditzins r in China kein „Marktpreis“ ist, d.h. die Geschäftsbanken halten sich nicht an den von der „Peoples Bank of China“ angegeben Leitzins. Deshalb muss nun nach besseren Erklärungsgrößen gesucht werden um den Zusammenhang zwischen M1 und der Zinsvariation zu erklären. Um diesen Anspruch gerecht zu wird im Folgenden nun der Begriff „Investitionsverhalten“ (AI) eingeführt. Diese exogene Größe beschreibt ohne Umwege den Einfluss von Zins und Investition auf die Geldmenge M1. Die Größe „Investitionsverhalten“ ist folgendermaßen definiert:

Folgende Regressionsanalyse soll den Validität der soeben getroffenen Aussage überprüfen.
∆M1= -28,7107+1,5151 ∆BIP+5,115398 MP+3,1806 AI mit R2=0,9054

Wie aus der Regressionstabelle ersichtlich ist, ist die Wahrscheinlichkeit das die gezeigte Korrelation zwischen M1 und AI auch bei einer zufälligen Stichprobe vorhanden wäre mit P=0,001 vernachlässigbar. Somit ist die Annahme das AI einen Einfluss auf ΔM1 berechtigt und bewiesen, dass die exogene Größe des Investitionsverhalten AI eine bessere Erklärung für die Änderung der Geldmenge M0 liefert, als die Bezugnahme auf den Kreditzins r

Da wir nun gezeigt haben, dass das Investitionsverhalten eine Einflussgröße von M1 ist wollen wir jetzt nun noch genauer auf das Thema der Investitionen eingehen und untersuchen welchen Einfluss diese auf die Geldmenge M1 ausüben.

Einfluss von xxxx ε auf M1
Um den Einfluss von Investitionen auf die Geldmenge M1 zu untersuchen wird nun der Begriff xxx (ε) eingeführt. Diese exogene Größe setzt sich folgendermaßen zusammen:
ℇ= ∆II∆BIPBIP= ∆II* BIP∆ BIP
Dieser setzt die relativen Wachstumsraten von den Investitionsleistungen Chinas mit seinem relativen Wachstum des BIPs in Relation.

Folgende Regressionsanalyse soll die Validität der getroffenen Aussage überprüfen.
∆M1= -81,9296+3,2785 ∆BIP+26,0248 MP+16,2003 E mit R2=0,7020

Wie aus der Tabelle oben ersichtlich hat E mit P=0,303 eine ca. 30% Wahrscheinlichkeit ein Zufällige Korrelation aufzuweisen. Um den Zusammenhang von E auf die Geldmenge M1 noch genauer zu untersuchen wird im Folgenden eine Regressionsanalyse mit allen ermittelten Einflussfaktoren auf M1aufgezeigt.

Einfluss aller Faktoren auf M1

∆M1= f ∆BIP, MP, AI,E
∆M1= -62,7922+4,1638 ∆BIP+12,065 MP+10,4021 AI-16,9385 E mit R2=0,9208

Wie aus der Regressionsanalyse ersichtlich ist erklären die gefundenen Faktoren sehr gut den Einfluss auf die Änderung der Geldmenge M1. Mit einem Bestimmtheitsmaß von R²=0,9208 und P-Werten < 0,12 kann man die getroffene Aussage, dass die oben genannten Faktoren in der Chinesischen Volkswirtschaft eine Rolle auf die Änderung der Geldmenge haben, als valide betrachten.

Fazit
Wie die Analyse ergeben hat sind die Einflussfaktoren auf die Geldmenge M1 sehr vielfältig. Selbstverständlich hat die Untermenge M0 einen Einfluss auf M1 und somit auch die Einflussfaktoren auf die selbige. Daraus ist zu Schlussfolgern das sowohl die Bargeldquote (c) und der Mindestreservesatz (z) indirekt einen Einfluss auf die Geldmenge M1 haben. Desweiteren haben die Untersuchungen ergeben das auf die Änderung der Geldmenge M1 das BIP eine entscheidende Rolle spielt, sowie auch im speziellen Fall Chinas die „Monetäre Politik“ (MP), das Investitionsverhalten (AI) und das „xxx“ (E)

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[ 1 ]. Vgl: Deutsche Bundesbank: Schülerbuch „Geld und Geldpolitik“ 2012; S.66
[ 2 ]. Ebd.
[ 3 ]. Ebd.
[ 4 ]. Institute of Economics Tongji-University
[ 5 ]. Vgl.: www.wirtschaftslexikon24.com
[ 6 ]. Vgl. Chinese Economic Order (Professor Feng Xiao)
[ 7 ]. Vgl. Professor Dr. Feng Xiao: Chinese Economic Order Skript; S.43
[ 8 ]. Ebd.

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